Der Pfarrer der Pfarrei von Belorado stellt sich vor

Mein Name ist José Antonio Arroyo. Ich bin Diözesanpriester von Burgos und habe meine Weihen 1991 erhalten. Nach 6 Jahren Pastoralarbeit, zusammen mit einem Mitbruder, für rund 20 kleine Dörfer im Norden von Burgos habe ich mich für den Dienst in den Missionen vorbereitet. Im Januar 1998 bin ich nach Afrika in ein Land namens Togo gereist. In einer Kleinstadt im Norden des Landes namens Dapaong bin ich bis Juli 2015 geblieben. Unterbrochen wurde dieser Aufenthalt durch einen fünfjährigen Dienst in meinem Misssions-Institut in Madrid.

Vor etwas mehr als einem Jahr bin ich aus Afrika zurückgekehrt und habe mich in Belorado niedergelassen. Ich darf sagen, dass ich keine Schwierigkeiten hatte, mich an das leben hier zu gewöhnen. Meine Erfahrung der ersten Jahre als Priester und mein Aufenthalt in Madrid haben mich vorbereitet auf das, was ich in Spanien und seinen Dörfern finden würde. Klar, der Arbeitsrhythmus, das Leben insgesamt und viele kleine andere Dinge sind verschieden von denen in Afrika, aber der Geist, mit dem ich alles angehe, ist derselbe: es geht darum zu versuchen das Gesicht Christi zu sein überall dort, wo wir sind.

Was für mich allerdings völlig neu war, ist der Jakobsweg und die ganze kleine Welt des Pilgerwesens, der Hospitaleros und der Herbergen. Ich kannte den Weg nur vom Hörensagen durch andere. Selber habe ich den Weg nicht gemacht, weshalb für mich alle diese Erfahrungen, das Leben und die Geschichten der Pilger unbekannt waren. Vor meiner Ankunft in Belorado konnte ich mir nicht vorstellen, dass eine so grosse Zahl von Menschen sich aufmachen um "den Weg" zu gehen. Es sind wirklich sehr viele und jeder ist mit seiner eigenen Geschichte unterwegs. Es ist ein eigenes Leben, das parallel zum täglichen Leben der Einwohner im Dorf verläuft, mit ihrer Arbeit und ihren Familien … Das ist wirklich etwas Besonderes und ich muss sagen, dass ich davon keine Ahnung hatte.

Seit ich in Belorado bin, habe ich die Betreuung der Pilger meinem Mitbruder José Manuel anvertraut, weshalb ich etwas wenig Kontakte zu den Pilgern habe. Dafür habe ich mich bemüht, möglichst nahe bei den Hospitaleros zu sein und zum guten Funktionieren der Herberge beizutragen, selbstverständlich unter voller Berücksichtigung der Vorgehensweise der jeweiligen Hospitaleros-Equipe.

In diesem Sinne hat auch die Zusammenarbeit mit dem Verein Freunde des Jakobsweges der Schweiz sehr gut funktioniert. Die Kommunikation mit dem Delegierten des Vereins und der Austausch von Meinungen und Ideen bezüglich der Projekte war regelmässig und effizient. Dank dieser guten Zusammenarbeit konnten einige bedeutende Verbesserungen in der Herberge vorgenommen werden, die wirklich nötig waren und die nun die Herberge wesentlich freundlicher und würdiger aussehen lassen.

Bei Beginn der Renovationsarbeiten war ich noch neu in Belorado und kannte natürlich die Berufsleute nicht, die benötigt wurden. Darum möchte ich an dieser Stelle all jenen bestens danken, die mir Kontakte zu den Handwerkern verschafft und mich auch ansonsten mit guten Ratschlägen unterstützt haben. Ich bin auch überzeugt, dass die Ratschläge und Bemerkungen der Hospitaleros dazu beitragen, die Herberge noch praktischer und effizienter zu gestalten. Gerne werde ich auch in Zukunft diese Hinweise aufnehmen. Ich bin zuversichtlich, dass auch der zweite Teil der Renovationsarbeiten im Winter 2016/2017 dank guter Zusammenarbeit die Herberge weiter verbessern wird.

Abschliessend möchte ich sagen, dass ich es ausserordentlich positiv empfinde, dass es in Belorado eine Herberge der Pfarrei gibt. Es hat sicher bereits ein sehr grosses Angebot für die Pilger in Belorado, aber was bei uns speziell ist, ist die Qualität des Empfangs. Der Pilger, der unsere Herberge aufsucht, sucht nicht die Bequemlichkeit und die Annehmlichkeiten der heutigen Zeit.

Er sucht vielmehr etwas, was ihm hilft, den Weg im spirituellen Sinne zu gehen, wenn er seine Etappen und Kilometer hinter sich bringt. Der Glaube hilft ihm dabei. Wir müssen akzeptieren, dass bei so vielen Pilgern und Wanderern auch Leute unterwegs sind, die einfach vom System profitieren wollen. Wenn wir jedoch beitragen können, dass diejenigen, die den "richtigen" Weg gehen möchten, dies auch tun können, dann lohnt sich alle unsere Arbeit.

José Antonio Arroyo
(Uebersetzung: Wolfgang Sieber)

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