Pilgerherbergen

Belorado - das Dorf – die Herberge der Pfarrei

Die Fakten sind bekannt: das Corona-Virus legt so ziemlich alles lahm. Dazu gehört leider auch das Pilgern in Spanien. Die Einschränkungen der Behörden sind derart restriktiv, dass es für uns unmöglich ist, die Herberge in Belorado in diesem Jahr zu öffnen. Zudem möchten wir die wenigen Pilger, die trotzdem unterwegs sind, den spanischen Beherbergern überlassen, die auf Einkommen dringend angewiesen sind. Es ist bedauerlich, dass die Hospitaleros und Hospitaleras, die sich für den Dienst in der Herberge für dieses Jahr zur Verfügung gestellt und sich darauf gefreut haben, auf ihren Einsatz zugunsten der Pilger verzichten müssen. Es entgeht ihnen damit eine interessante und bereichernde Begegnung mit vielen Menschen. Es bleibt die Hoffnung, dass das nächste Jahr 2021 wieder einigermassen in einem akzeptablen Rahmen abgehalten werden kann. Wir alle freuen uns sehr darauf!

Belorado ist eine Gemeinde der autonomen Region Castilla-Leon, in der Provinz Burgos. Es liegt am Camino Francés, dem am meisten begangenen der zahlreichen Jakobswege, ca. 55km östlich von Burgos. Der Fluss Tirón, ein Nebenarm des Ebro, durchquert den Ort, der im Jahr 2000 noch 2135 Einwohner zählte, im 2016 nur noch 1911!

Belorado war der natürliche Durchgang aus dem Ebrotal in die Meseta. Um diesen Durchgang zu Beginn der Reconquista zu kontrollieren wurde eine Burg auf dem Hügel erbaut, an dessen Fuss man zur Zeit der Römer die Bevölkerung von der andern Seite des Ufers her umsiedelte.

Ihre wirtschaftliche Blütezeit erlebte das Städtchen schon früh, zu Beginn des Mittelalters. Es lag an der Kreuzung zwischen dem landwirtschaftlich genutzten Tal und den Bergen mit ihrer Viehzucht, zwischen den Königreichen von Kastilien und von Navarra. Im 10. Jahrhundert hat der erste Graf des unabhängigen Kastilien sich bei den Bewohnern von Belorado bedankt, dass sie ihn aus den Händen des Königs von Navarra befreit hatten. Der König hielt den Grafen gefangen, wie es auch in einem Gedicht von Fernán González festgehalten ist. Aus Dankbarkeit erhielt Belorado das Privileg, jeweils am Montag einen Markt abzuhalten, der auch heute noch jeweils auf der Plaza Mayor stattfindet.

Die engen und verwinkelten Gassen des historischen Zentrums, mit den typischen Durchgängen unter den Häusern, sind Zeugen der bedeutenden Bevölkerung, die hier einmal lebte. Heute bleibt von der Burg nur noch ein Mauerrest. Vom Hügel aus geniesst man jedoch einen wunderschönen Rundblick.

Die Kirche Santa Maria
Sie ist reich an Jakobus-Memorabilien. So finden sich auf dem Renaissance-Altar eine Steinskulptur von Jakobus als Pilger und über diesem eine von Jakobus als Matamoros. Zwei Flachreliefs erzählen die Geschichten von seinem Martyrium und von einem seiner Wunder. Neben dem Hauptaltar befindet sich eine sitzende Madonna aus dem 12. Jahrhundert. Auf dem Seitenaltar erblickt man die Heilige Familie und einen Christus zwischen zwei Räubern, ein schönes Kunstwerk aus Elfenbein.

Die Kapelle Santa Maria von Bethlehem
Die um 1175 erwähnte Kapelle wurde ursprünglich auf dem Platz eines ehemaligen Hospizes errichtet und im 18. Jahrhundert neu aufgebaut. Sie besitzt eine dreizackige Glockenturmmauer.

Das Spital des hl. Lazarus
Das Spital stand am Ausgang des Dorfes. Seine Kapelle beherbergt eine gotische Christusfigur aus dem 14. Jahrhundert, umgeben von Votivgaben, die seine Gnade preisen. Die eigenartigste Weihegabe ist die Haut einer grossen Schlange, vor der der hl. Lazarus einen Pilger schützte.

Le refuge paroissial de Belorado
DIE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN DER PFARREI VON BELORADO UND DER SCHWEIZERISCHEN

Vereinigung der Freunde des Jakobsweges geht auf den Anfang der 1990er Jahre zurück. Zu jener Zeit existierte bereits eine kleine, einfache Pilgerherberge in Belorado, genannt «Teatrillo», ein kleines ehemaliges Theatergebäude. Dieser Anbau an die Kirche Santa Maria gehörte der Pfarrei, weshalb die Herberge auch «Albergue Parroquial» heisst.

Eine Hospitalera der ersten Stunde, Evelyn Schaad, schlug 1995 der Vereinigung vor, die Pfarrei mit einem Betrag von CHF 20'000.- für eine erste Renovation zu unterstützen. Damit konnte die Pfarrei ein Minimum an Hygiene und Sicherheit in der Herberge schaffen.

Doch damit hörte die Zusammenarbeit nicht auf. Es wurde vielmehr vereinbart, dass die Vereinigung von April/Mai bis Oktober, also während der Zeit, die die Pilger unterwegs sind, in einem bestimmten Turnus Hospitaleros und Hospitaleras für die Führung der Herberge zur Verfügung stellt. Jeweils zwei Personen sind während einem halben Monat in der Herberge für die Pilger da.

+ Für weitere Informationen zu unserer Zusammenarbeit … bitte hier klicken


Einige nützliche Adressen :

In der Schweiz :

Herberge von Gland
Chemin de Montoly 1, 1196 Gland
Frau Arlette Roy
T: 079 57 801 57 oder per email: roy.arlette@gmail.com
(keine website)

Pilgerheberge Brienzwiler

Pilgerherberge Sankt Gallen

Pilgerheberge Rapperswil

Franziskanerkloster, Freiburg

Vorschläge für Unterkünfte in Frankreich und Spanien

Liste der herbergen

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