Unterwegs

Ein paar Tipps und Hinweise

Die Entscheidung ist gefallen, der erste Schritt auf dem Weg ist gemacht, das Abenteuer kann beginnen!

Bald wirst du deinen Rhythmus gefunden und die täglichen Gewohnheiten sich entsprechend deinen Bedürfnissen, eingespielt haben: aufstehen, Rucksack packen, frühstücken, sich auf den Weg machen, ankommen, duschen, Kleider waschen, essen, schlafen. Das Wissen um diese festen Abläufe wird dir unterwegs Raum und Zeit lassen zum Bestaunen der Landschaft, für Begegnungen, für Überraschungen.

Nachstehend ein paar Anregungen, die hilfreich sein können:

Fühle dich nicht gezwungen, schon vor der Abreise unbedingt einen Weggefährten zu finden. Oft üben die unterschiedlichen Gewohnheiten zwischen zwei Unbekannten zu viel moralischen Druck aus (unterschiedliches Marschtempo, Tagesablauf, etc.). Es ist der Weg selber, der Menschen mit ähnlichem Rhythmus und Weltanschauung zusammenbringt – manchmal für Stunden, manchmal für Tage, manchmal für länger und manchmal auch nicht.

Gib deinem Körper die Möglichkeit, sich an die neuen Anforderungen zu gewöhnen: Trink öfters als normal und vergiss nicht, deine Trinkflasche jeweils zu füllen. Halte immer etwas „schnellen Zucker“ bereit in Form von Trockenfrüchten, Getreideriegel, etc., für den Fall, dass dein Zuckerspiegel dies verlangt. Achte besonders auf deine Füsse, denn deren Wohlbefinden bestimmt den Erfolgsfaktor auf deinem Weg. Druckstellen rechtzeitig mit Blasenpflaster abdecken!

Wenn du einen empfindlichen Rücken hast, kannst du dein Gepäck einem Transportunternehmen anvertrauen. So wirst du es jeden Abend in der gewählten Unterkunft wieder finden. Falls du für die Transportorganisation ein (kostspieligeres) Reisebüro wählst, wird dich das von den Pilgerherbergen und den Weggefährten trennen (Hotelunterkunft!) und du wirst deine Tagesetappen nicht frei wählen können.

Wenn der Rucksack zu schwer und der Weg zu lange wird, kannst du dir schwere Dinge, wie z. B. Reiseführer, postlagernd in die grösseren Ortschaften zuschicken lassen (liste de correos). Die Postämter behalten die Sendungen während 15 Tagen auf und man sollte sie bis Samstag um 12 Uhr abholen.

Tagebuch führen und fotografieren können wertvoll sein. Der Weg bietet viele Eindrücke, Emotionen, Begegnungen, Landschaften. Manchmal genügt die Erinnerung allein nicht, da kann es helfen, all dies festzuhalten.

Bist du der fremden Sprache nicht mächtig, führe ein kleines Konversationslexikon mit. Dies wird dir helfen die Kontakte einfacher und herzlicher zu machen.

Bist du per Velo unterwegs, nimm für den Notfall Werkzeug und einen Veloführer mit, der auch ein Verzeichnis der Werkstätten enthält. Vergiss die Klingel nicht, um die schwerbepackten Fusspilger rechtzeitig zu warnen. Fusspilger haben in den Pilgerherbergen Vorrang vor den Velopilgern.

Mitführen von Tieren: Vom Mitführen von Hunden und Eseln wird abgeraten. Weder Konstitution noch Charakter der Tiere passen in der Regel zu den Etappenlängen und Begegnungen mit anderen Hunden, Schaf- und Kuhherden, denen man öfters begegnet. Das Mitführen von Futter ist eine zusätzliche Last und in den meisten Unterkünften sind Pilger mit Tieren nicht erwünscht.

In den Unterkünften verhalte dich nach den Gepflogenheiten der Gemeinschaft. Teile dein Wasser, verlasse deinen Platz in gutem Zustand und gib einen genug grossen freiwilligen Beitrag, damit die Herbergen weiterhin betreut werden können. Wirst du eingeladen, zeige deine Dankbarkeit indem du mithilfst oder später eine Ansichtskarte vom Ziel oder deiner Heimat schickst.

Nimm dir Zeit für Begegnungen, lerne zuzuhören, sei hilfsbereit und respektvoll! Die Kraft einer Pilgergruppe liegt in der Offenheit und dem Teilen von Emotionen und Lebensgeschichten. Benutze dein Natel nur, wenn du alleine deine Angehörigen kontaktierst. Sie sind auch so mit dir auf dem Weg.


Ankommen … und das Nachher:

Hast du den „Blues“ überwunden, den viele Pilger nach der Ankunft am Ziel verspüren, wirst du realisieren, dass dieser Weg zwar zu Ende ist, aber immer auch ein neuer Weg beginnt – sei es unter deinen Füssen oder im Leben!

Du kannst auch mit einem Einsatz als Hospitalero dem Weg etwas von dem zurückgeben, was du erhalten hast oder dich für den Wegunterhalt engagieren. Du kannst an gemeinsamen Wanderungen unserer Jakobsvereinigung mitpilgern oder am Stamm deiner Region teilnehmen um die sozialen Kontakte unter Pilgerfreunden zu pflegen und deine Erfahrungen zukünftigen Pilgern weiterzugeben.

Gehe zu «Aktivitäten» um ein Verzeichnis der Treffen und Tätigkeiten der Schweizerischen Vereinigung der Freunde des Jakobsweges zu finden.


Webmaster - Bernard Favre